Plädoyer für die Abschaffung einer „himmelschreienden Ungerechtigkeit“ – Von Georg Herrnstadt

…So zahlen den Preis für die Bewältigung der Krise vor allem deren Opfer, die von der Krise Überwältigten – jene, die auf Kurzarbeit gesetzt werden, die Nulllohnrunden oder Lohnkürzungen hinnehmen sollen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder den Arbeitsplatz schon verloren haben…

…Zur Ungerechtigkeit gesellt sich die reale Gefahr der gegenwärtigen Politik, nicht die Krise, sondern deren Opfer zu bekämpfen. In vielen erhellenden Beiträgen (…) wird angesprochen, dass die Opfer dieser weltweiten Krise aus Angst, Verzweiflung und berechtigter Wut in die Arme jener rechten Kräfte getrieben werden, die die schnellen, falschen Lösungen parat haben und mit ihren markigen Losungen den Frust vieler Menschen auffangen können. Arm macht ängstlich, Angst macht dumm und Dummheit macht unmoralisch, ist zerstörerisch.
Nicht nur aus moralischen, auch aus rein eigennützigen Gründen müssten alle Bürger/innen Interesse daran haben, die sozialen Unterschiede nicht noch größer werden zu lassen.
Doch schon ein paar Monate nachdem die Krise offenbar wurde, halten bereits wieder neoliberale Konzepte Einzug in die Politik…

… – Wasser auf die Mühlen der Rechten! Ein zur sozialen Absicherung taugliches bedingungsloses Grundeinkommen wird gar nicht angedacht,…

…Ja wovon soll das alles bezahlt werden?…

…Die Verhinderer der Vermögenssteuer können sich hinter vernebelnden und irreführenden Wortspenden in vielen Medien verschanzen. Die Vermögenssteuer würde den Mittelstand treffen, die kleinen Häuslbauer und Familienbetriebe! Dabei ginge es im Wesentlichen um die 77.000 Dollarmillionäre in Österreich und die wachsende Zahl unter ihnen, die in den Kreis der Milliardäre aufgestiegen ist.
Die Ungerechtigkeit ist himmelschreiend. Österreich ist das Industrieland mit der zweitniedrigsten Vermögensbesteuerung, obwohl es das viertreichste Land der EU ist…

90 Prozent der Österreicher/innen würden von der Vermögenssteuer profitieren, die nur von jenen zehn Prozent zu leisten wäre, die durch das neoliberale Umverteilungsprojekt der letzten 20 Jahre gewonnen haben. Das wäre ein fairer und effizienter Beitrag zur Bewältigung der Krise.

Wie sagte schon Lessing: „Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, hat keinen zu verlieren.“

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Quelle: derstandard.at

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Quelle: www.cagle.com (Cameron Cardow)