Warum der Club-of-Rome-Bericht „Grenzen des Wachstums“ aus dem Jahr 1972 besorgniserregend aktuell ist und bloße Systemkosmetik nach dem „Business as usual“-Prinzip in die Irre führt. Ein Artikel von Marina Fischer-Kowalski – erschienen im Standard (29. März 09)
Der Bericht „Grenzen des Wachstums“ wurde finanziert vom Club of Rome und verfasst von Donella und Dennis Meadows.
Die Meadows konnten im Jahr 1972 natürlich nicht wissen, dass in den reichen Industrieländern ab den 1980er-Jahren die Reallöhne stagnieren würden. Sie konnten auch nicht wissen, dass man die bis dahin gepflegte Praxis beenden würde, Kostenersparnisse in der Produktion, die sich dem technischen Fortschritt verdanken, zwischen Einkommenszuwächsen und einer Reduktion der Arbeitszeit aufzuteilen, sodass nicht nur mehr „Kaufkraft“ , sondern auch mehr Freizeit und Muße entstünde. Ganz entgegen dem Meadows’schen Appell zur Ressourcenschonung ging es ab den Achtzigerjahren darum, aus den Produktionsprozessen nur ja jedes Quäntchen Umsatzsteigerung herauszuquetschen, um das gegenüber den Nachkriegsjahrzehnten lahmer gewordene Wirtschaftswachstum zu beschleunigen. Und wohin flossen diese Quäntchen? In Gewinne.
Ganz krass war es im Vorbildland USA: Dort stiegen nur die Arbeitszeiten, aber nicht die Realeinkommen, und die florierenden Gewinne nährten sich aus der zunehmenden Verschuldung der Haushalte und des Staates. Aber auch in Europa floss das Wirtschaftswachstum überwiegend in die Gewinne, die der deregulierte Finanzsektor großzügig versprach und gewährte.
Die „Grenzen des Wachstums“ wurden nicht respektiert, sondern bestritten. Der jährliche globale Verbrauch an natürlichen Rohstoffen, Material wie Energie, wuchs weiterhin stetig und liegt heute fast beim Dreifachen der Werte, auf die die Meadows ihre Warnung stützten. Die ersten Klimafolgen unserer Verbrennung von Öl, Gas und Kohle können wir schon regelrecht spüren.
Es steht uns auch jetzt natürlich frei, das Geschehen als Finanzkrise zu verniedlichen und nach entsprechenden Geldspritzen aus Steuermitteln und einer gewissen Zähmung der Finanzmärkte alle Hoffnungen auf eine Rückkehr zum vormaligen Status quo zu richten. Offenbar fällt den zentralen politischen und ökonomischen Akteuren auch nicht viel anderes ein, wenn man sich ihre bisherigen „Rettungspläne“ ansieht. Und vielleicht ist das sogar bis zu einem gewissen Grad – systemimmanent gedacht – verständlich.
Umso wichtiger ist es dann aber, tragfähige Zukunftsvorstellungen aus einem Zusammenwirken von Zivilgesellschaft, sozialen Bewegungen und Wissenschaft zu entwickeln, die die ökologisch und sozial notwendige Transformation einleiten.
Quelle: derstandard.at
Endlich haben zwei Atomkonzerne zugegeben, was Atomkraftgegner schon lange wissen: Der Ausbau erneuerbarer Energien macht Atomkraftwerke überflüssig. Die beiden Konzerne haben gegenüber der britischen Regierung angekündigt, ihre Pläne für den Neubau von AKW überdenken zu wollen, falls der Gesetzgeber an der Förderung für Erneuerbare festhalte. Sie fürchten, dass ihre Meiler sonst unrentabel werden.
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Quelle: greenpeacemagazin.de
Deutschlands magersüchtiger Staat und die skandinavische Alternative
von Cornelia Heintze
Wer die Entstehung von Armut an der Quelle angehen will, wer es ernst meint mit Chancengleichheit, darf nicht an einem subsidiären Sozialstaat festhalten. Subsidiär heißt: nachsorgend reparieren. Menschen sind aber keine Maschinen. Verwahrloste Kinder – rund 100.000 gibt es nach Einschätzung des Bundes deutscher Kriminalbeamter – tragen dauerhafte Schäden davon, wenn die Gesellschaft ihnen nicht früh wirksame Hilfe zukommen lässt. Diese frühe Hilfe ist in Deutschland (wie vermutlich auch in Österreich) die absolute Ausnahme, das Gerede vom vorsorgenden Sozialstaat reines Wortgeklingel.
Skandinavien hält uns in vielfacher Hinsicht den Spiegel vor.
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pdf: forum-neue-politik-der-arbeit.de [PDF - 322 KB]
Quelle: www.nachdenkseiten.de
Was Herr Steinbrück nicht bedenkt: Wo sollen die Schmiergelder denn hin, wenn es keine Steueroasen mehr gibt?
So lautet die Überschrift zu Albrecht Müllers neuer Kolumne [PDF - 1 MB] im Konstanzer „Südkurier“ – erschienen am 25.3.2009. (nur eine Seite)
Quelle: www.nachdenkseiten.de
Die Debatte um eine Konsum- oder Einkommensteuer ist weitaus älter, als seit Götz W. Werner diese zur Finanzierung eines Grundeinkommens vorschlug. Dieses Bild findet sich in der englischen Wikipedia und stammt nach dortigen Angaben aus dem Jahr 1933.
Quelle: www.bge-portal.de (von Jörg Drescher)
… Denn es geht nicht nur um „Alternativen jenseits des Kapitalismus“. Es geht um Ideen und Begriffe jenseits von Kapitalismus UND Kommunismus. Denn beide Ismen haben Ihre autoritären und menschenverachtenden Spuren in der Geschichte hinterlassen.
… Dass wir immer mehr Anti-Fähigkeiten beklagen ist die Folge davon, dass wir von Unseren Kindern immer mehr Leistungen erwarten, ihnen Ihre Kindheit und Jugend stehlen, sie durch unsere Begriffe versklaven, ihnen aber immer weniger geben und geben können, weil uns der Mut zum Heute fehlt.
… Die Revolution wird nicht auf der Straße stattfinden, sondern in der nüchternen Betrachtung von uns selbst, frei von Ideologien der Vergangenheit und mit der positiven Aussicht, für unser Handeln Verantwortung übernehmen zu können. Da fängt die Revolution an: wenn wir unsere Fähigkeiten nicht gegen sondern für andere Menschen einsetzen, weil wir erkennen, dass wir nicht für uns sondern immer für andere arbeiten. …
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Quelle: http://www.forum-grundeinkommen.de (Frank Thomas)
Der Kampf gegen die Wirtschaftskrise darf nicht auf Kosten des Klimaschutzes gehen. Der Schaden wäre irreparabel
…. Die Wirtschaftskrise ist keine Entschuldigung. Im Gegenteil. Sie zeigt, welch immense Summen binnen kürzester Frist lockergemacht werden können. Zugegeben, ein funktionierendes Bankensystem ist wichtig. Aber nicht so wichtig wie die Erde als funktionierender Lebensraum. ….
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Quelle: www.zeit.de (Fritz Vorholz)
- Um die Unsicherheiten der Flexibilisierung der Erwerbsarbeit durch ein garantiertes Mindesteinkommen abzufangen und so die Armutsgefährdung zu vermindern;
- Um die einseitig erwerbsbezogene Lebenssicherung durch Erwerbsarbeit und erwerbsarbeitsbezogene Sozialleistungen auf eine breitere Basis zu stellen;
- Um Arbeit gerechter zu verteilen: Statt Arbeitsplätze um der Verteilung willen, Verteilung von Einkommen, damit jede notwendige Arbeit / Leistung so erbracht werden kann, wie es ökonomisch und gesellschaftlich sinnvoll und der Würde der Menschen entsprechend ist;
- Um Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern zu fördern;
- Damit unbezahlte Arbeit nicht zur Armutsfalle wird;
- Um Eigenverantwortung zu stärken: selbst Verantwortung übernehmen und entscheiden zu können, wie ich mein Leben gestalte, wann ich welche Aufgabe übernehme, um Beziehungsarbeit, Gemeinwesen- und politische Arbeit nach eigener Entscheidung zu ermöglichen;
- Für eine gerechtere Verteilung von Einkommen: Die Produktivität unserer Gesellschaft hängt wesentlich ab
- von den Gütern der Erde, die allen Menschen gehören,
- von der unbezahlten Arbeit in der Lebenswelt, die überwiegend von Frauen geleistet wird,
- vom gesammelten Wissen früherer Generationen und von aktuellen Weiterentwicklungen von Wissenschaft und Technik.
Diese Leistungen können nicht allein der Erwerbsarbeit zugeschlagen werden, es ist Zeit, alle in einem gewissen Ausmaß zu beteiligen;
- Um das Menschenrecht auf Leben real zu ermöglichen;
- Um nachhaltiges Wirtschaften, sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen, zu fördern;
- Um gesamtgesellschaftliche Einstellungen und Zielsetzungen zu verändern: Qualität statt Quantität, gutes Leben als Ziel.
Lieselotte Wohlgenannt – Wien, 2002 10 21
(Quelle: http://ksoe.at/grundeinkommen/mitte-ge-materialien.htm bzw. http://ksoe.at/grundeinkommen/Library/10%20gruende.doc Danke!)
